Am Donnerstag morgen konnten wir mit der Ministerin für Olympia und Act Now des Bundesstaates British Columbia sprechen. Die Ministerin war für die Abwicklung der Infrastrukturkosten der Spiele zuständig, während die direkte Organisation der Spiele beim Vancouver Organizing Commitee lag. Trotz der Wirtschaftskrise zeichnet sich ab, dass die Spiele plus-minus-null durchgeführt werden konnten. British Columbia hat 765 Mio. Dollar für die Infrastrukturkosten aufgewendet, der Bundesstaat noch einmal dieselbe Summe. Hinzu kamen die Gelder aus Eintritten und Merchandizing, die für die reinen Organisationskosten verwendet wurden.
Der Wert für Tourismus und Wirtschaft von British Columbia darüberhinaus sei nicht zu messen. Immerhin sah die Hälfte der Weltbevölkerung die Spiele in Vancouver. (In einer Tageszeitung konnten wir jedoch auch lesen, dass 31% der Bevölkerung der Meinung ist, dass die staatlichen Mittel für die Olympiaausrichtung lieber für andere öffentliche Aufgaben hätten investiert werden sollen. Dies liegt wohl auch daran, dass für die Olympiakosten Mittel für den sonstigen Sport eingespart wurden.)
Auf die Frage nach der Nachhaltigkeit der Paralympics sieht die Ministerin eine deutliche Akzeptanzsteigerung für die Belange von Menschen mit Behinderung. Wer sieht, was die Atheleten mit Behinderung leisten und welche Herausforderungen sie meistern, versetzt sich mit mehr Sensibilität in die Lage derjenigen, die in ihrem Leben alltäglich mit den Problemen von Barrieren und Funktionseinschränkungen konfrontiert sind.
British Colombia habe die Spiele auch dafür genutzt den barrierefreien Tourismus und die Hilfsmittelindustrie voranzubringen.
Interessant auch die Bezüge zu „Act Now“, der Kampagne für Gesundheitsförderung in BC. Die Athleten wurden bereits im Vorfeld der Spiele als Rollenmodelle für eine gesunde Lebensweise in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen eingesetzt. Dabei geht es um die Themen Bewegung, gesunde Ernährung, Rauchen und Alkohol. Das soll nach den Spielen fortgesetzt werden.